Montag, 10. Dezember 2012

Adventsgrüße aus Nagpur

Im Rainbow Guesthouse ist die Adventszeit eingekehrt - wenn auch nur durch die drei anwesenden deutschen Volunteers... Aber wir machen es uns gemütlich mit importierten Weihnachtssüßigkeiten in bizarren Formen: plattgesessene Lebkuchen, geschmolzene Schokolade... Der Geschmack ist aber erhalten geblieben und ist - himmlisch! :-) Weiterhin erklären wir den einzelnen Mitarbeitern mehr oder minder täglich, warum wir Grünzeug auf einen Teller gelegt und dann auch noch Kerzen draufgestellt haben. Und das ohne alle auf einmal anzuzünden! So eine Tradition scheint den Mitarbeitern sehr suspekt zu sein. Gilt doch häufig in Indien: ganz oder gar nicht! Und dann auch noch so viele Tage warten bis Weihnachten... Aber Fragen bezüglich eines Christmas-Trees durften wir auch schon beantworten. Anscheinend werden Erinnerungen an ehemalige Volunteers wach und sie fanden so ein geschmücktes Bäumchen sehr schön! :-)


Simone hat
ECHTES Grünzeug ergattert!




No, Makrand, it is not for the garden! ;-)

Die anfänglichen pinken Kerzen konnten mittlerweile
zum Glück gegen durchaus schönere eingetauscht werden!
Man beachte die deutschen Walnüsse! :-)
Die kamen nämlich aus den deutschen Weihnachtspäckchen!

Weihnachtsgrüße aus Deutschland
 
 
Der Nikolaus war auch da! ;-)


Unser "Weihnachtsmarkt"
Sogar mit Zuckerwatte ;-)

Abschied von Yash

Sonntag, 2. Dezember 2012

It's a fracture!

Nun ja, den Satz habe ich dann am Freitag gehört, nachdem auch noch ein CT-Scan von meinem linken Fuß gemacht wurde... Offizielle Vorgeschichte: wenn man Treppen nicht laufen kann, sollte man es lassen. ;-)


Jedenfalls habe ich mir aufgrund meiner Dummheit - definitely - einen kleinen Teil eines Sprunggelenkknochens abgebrochen. In Gips muss der Fuß zum Glück nicht - auch nach deutscher Meinung (vielen Dank noch mal für den Ratschlag!). Weh tun tut es aber schon ganz schön und laufen geht auch nur als Humpelliese... Wenigstens konnte ich so auch das Erlebnis "medizinische Versorgung" in Indien inklusive Röntgen, CT, Krankenhaus der Basisversorgung und Private Clinic auch im Eigenversuch wahrnehmen. :-) Der Röntgenschutz für den Patienten ist hier zum Beispiel weitgehend unbekannt. Er wurde mir zwar auf Nachfrage gereicht, aber damit löste ich eine Serie von schockierten Gesichtern aus, da alle vermuteten, dass ich schwanger sei! So eine Weste bekommt man nämlich nur gereicht, wenn man pregnant ist... Nun ja. Wenigstens haben alle Inder aus dem Röntgenkontrollraum nun ein Foto einer Deutschen auf ihrem CT auf ihrem Handy. In dem kleinen Raum stieg die reinste Party.... :-) Dafür kostete das CT auch nur 40 Euro und der Arzt, der sich die Bilder anschließend anschaute, war begeistert von dem Film "Das Leben der anderen". Jedoch war er sichtlich überrascht, dass dieser Film auf einer wahren Begebenheit beruht...
Der kleine Knochenabbruch muss nun also wieder festwachsen, ich hab damit wohl so 3 Wochen zu tun; hoffe aber, dass es vielleicht auch schon ein wenig schneller nicht mehr weh tut. Ansonsten teste ich im Selbstversuch "handicapped" in Nagpur aus - in Sachen barrierefrei muss Indien noch so einiges lernen... Aber zum Glück konnte ich mich bisher standhaft gegen jeden angebotenen Wheelchair wehren - zum Leidwesen von Simone, die ihn mir am liebsten immer noch andrehen würde. Wozu haben wir ihn schließlich sonst im Keller entdeckt?! :-)

Donnerstag, 29. November 2012

Man soll Feste feiern, wie sie fallen :-)

Damit ihr euch unter der Diwali-Feierei auch etwas vorstellen könnt, kommen hier die Bilder dazu. Viel Spaß beim Angucken - den Lärm müsst ihr euch einfach vorstellen! :-)

Diwali Rangoli - wird aus gefärbten Sand gestreut
Schick gemacht ;-)
Kleines Feuerwerk...
Knallerkette - und alle Männer sind dabei... ;-)
Großes Feuerwerk - die Kette war bestimmt 20m lang...
Zündschnüre werden überbewertet...
...geht ja auch so!
Und auf meiner ersten indischen Hochzeit war ich auch! Zwar haben wir die Zeremonie verpasst, aber trotzdem war es sehr schön! - Weitere Einladungen sind gern gesehen... ;-)
 
Das Brautpaar


Die Hochzeitsgesellschaft

Simone und ich mit der Cousine der Braut
Wieder schick gemacht - wenn auch noch ohne Sari...

Fotosession auf dem Dach

Mittwoch, 28. November 2012

Veränderungen brauchen Zeit...

Und genau die fehlte mir deswegen in der letzten Zeit. Daher war es so still auf diesem Blog und auch im Allgemeinen um mich herum.

Das Problem der letzten zwei Wochen war nicht nur der Lärm und Rauch wegen der Diwali-Feuerwerkskörper (hält leider immer noch an, wenn auch glücklicherweise mit geringerer Intensität) – sondern auch Probleme mit meinem Projekt und entsprechend der Arbeit hier vor Ort.

Um es nicht allzu sehr in die Länge zu ziehen, kann ich zusammenfassend sagen, dass meine Aufgabenstellung aus Deutschland in Indien aus diversen Gründen nicht umzusetzen ist. Zuerst habe ich versucht meine Aufgaben an die hier gegebenen Bedingungen anzupassen, hatte Diskussionen und gab der Sache auch einfach mehr (viel mehr) Zeit. Doch leider bemerkte ich zunehmend und auch durch meine Informationssammlung, dass eine Arbeit mit diesen Zielen nicht möglich sein würde. Da ich der ganzen Sache wie gesagt Zeit gab, gingen tatsächlich fast zwei Monate ins Land ohne dass ich wirklich effektiv angefangen habe zu arbeiten. Und entsprechend stieg mein Frust über die gezwungene „Untätigkeit“ stetig an. Nachdem auch die letzte Problemlösungsstrategie in der vergangenen Woche geplatzt war, ergoss sich am Wochenende ein Ozean aus Frust, Ärger und Demotivation über dem Sangam. Doch zum Glück fanden wir in eilig einberufenen Gesprächen am Montag eine endgültige und nachhaltige ;-) Lösung. So haben wir meine Aufgabenstellung umfassend neu definiert und gerade auf die Umsetzbarkeit bzw. Sinnhaftigkeit der Ziele besonders stark geachtet.

So werde ich zukünftig eher selten in Bamhani sein sondern meine Zelte direkt im Rainbow in Nagpur aufschlagen. Meine Aufgaben werden nun eher der Verwaltung und Organisation der Health Projekte des Sangams dienen anstatt der direkten Mitarbeit am Patienten vor Ort, da es dort einfach zu große Sprachbarrieren zwischen Dorfbewohnern UND Mitarbeitern gibt. Das Ziel meiner Arbeit ist es die Arbeit der NGO besser mit anderen NGOs und Regierungsprogrammen abzustimmen. So fehlt bisher beispielsweise eine Analyse der Gesundheitsinfrastruktur der Dörfer oder auch einfach eine genaue Übersicht, was es in den Dörfern für Programme insgesamt gibt. Bezüglich des Mutter-Kind-Projektes werde ich mich mit der zukünftigen Dokumentation beschäftigen und mich z.B. um die Entwürfe für Patientenakten kümmern. Und dann fehlt gerade auch noch ein Pädiater für die Diagnostic Camps. Da mir die Mitarbeiter des Sangams auch zugestimmt haben, dass wenig Nachhaltigkeit und Kosteneffektivität gegeben ist, wenn ich die VHSWs mit Hilfe eine Simultanübersetzers aus Nagpur unterrichten werde, haben wir beschlossen, dass ich Broschüren für ihren Unterricht auf Englisch erstellen werde, die anschließend nach Bedarf in Hindi oder Marathi ausgeteilt werden. Und um die Ausbildung und ihren Aufenthalt im Sangam herzlicher zu gestalten, werde ich ein Willkommensbuch für die VHSWs und TBAs schreiben, indem sie etwas über die Organisation erfahren, ihr Curriculum kennenlernen und auch über Zukunftsperspektiven aufgeklärt werden.

Zwar ist viel Textarbeit dabei, doch müssen alle Dokumente oder Ideen auch mit den Mitarbeitern in Bamhani abgestimmt werden. So werde ich sicher zum Frischlufttanken auf’s Dorf fahren, weiterhin die Subcenter besuchen, aber auch in Nagpur das Stadtleben genießen können. Eigentlich eine sehr gute Mischung! Ich freue mich jedenfalls sehr darüber, dass es nun endlich besser läuft! :-)

Dienstag, 13. November 2012

Mure Memorial Hospital

Zwar ist heute der schon angekündigte Feiertag, doch ist es für uns abgesehen von den ebenfalls schon erwähnten Böllern sehr ruhig. Zwei bis drei der Freiwilligen sind krank (ich nicht!) und nachdem Simone und ich unser Zimmer gesäubert haben, bleibt nun Zeit auch noch etwas von meiner Arbeit der letzten Woche zu zeigen.

Und zwar habe ich eine Woche im Mure Memorial Hospital hospitiert, um mal die indische, medizinische Basisversorgung kennen zu lernen. Dort arbeiten auch noch zwei weitere Freiwillige der DIZ, daher hatte das Krankenhaus schon gute Erfahrungen ;-) und ich durfte auch kommen.
Während der Woche habe ich mir hauptsächlich die Labour Ward (Geburtsstation) und Neonatal Care Unit (Neugeborenenstation) angeschaut sowie der Ambulanz beigewohnt. Aber auch die General Ward (alles andere) war sehr interessant. Erwachsene Patienten habe ich übrigens nicht fotografiert, so indisch bin ich noch nicht ;-) Also, auch wenn es leer aussieht, es gab schon ganz gut was zu tun.

Gyn Ward
Labour Ward - es wird nur die dreckige Wäsche für neue Pat. ausgetauscht
Der Sterilgutschrank
War doch klar, dass das alle fotografieren wollten...
Plastikstühle everywhere...
"Schwestern" unter sich
Es kann nicht überall auf der Welt schöne Kreißsäle geben...


Capping and Lighting Ceremony für die Schwesternschülerinnen - viel schöner als in Deutschland...


Und was zu Essen gab es bei der Veranstaltung natürlich auch...

Montag, 12. November 2012

Happy Diwali to everybody!


Ja, es ist mal wieder Zeit für einen Blog-Beitrag und da will doch die Feiertagswoche genutzt werden! Am Dienstag und Mittwoch wird nämlich ganz groß das hinduistische Diwali Festival gefeiert. Das ist ein Holiday, da an dem Tag Rama gedacht wird, der nach diversen Jahren im Wald nach Hause zurück gekehrt ist. Daher werden an diesem Tag überall Lichter entzündet, die Häuser mit hübsch-hässlichen Girlanden geschmückt, wunderschöne kleine Öllampen entzündet und Laternen aufgehängt. Schließlich soll Rama ja seinen Weg nach Hause finden. Und alle anderen auch. So wird dieser Tag in Indien im Rahmen der Familie gefeiert, alle fahren nach Hause, es werden Süßigkeiten verschenkt - es wirkt ein wenig so wie ein hinduistisches Weihnachtsfest. Passend dazu hatte ich heute auch die ganze Zeit den Ohrwurm von "Last Christmas"... Nun ja...
Aber es ist sehr schön durch die Stadt zu schlendern, auch wenn es noch mehr "polution" gibt als sonst in Nagpur. Denn neben den kontinuierlich stinkenden Tuctucs, Autos und Motorrädern werden schon seit Tagen tags, abends und nachts Feuerwerk und Raketen entzündet. Das gehört mit zu dem Festival dazu und wäre auch sehr schön - gäbe es in Indien Lautstärkebegrenzungen... So fühlt man sich zum Teil wie im Schützengraben; es ist unfassbar! Die Raketen übertreffen auch heute schon das jemals größte, deutsche Feuerwerk, dabei ist doch Dienstag erst der Hauptfeiertag!

 

 

Samstag, 3. November 2012

Arbeitet sie eigentlich auch mal?!

Nachdem es bisher hauptsächlich nur Fotos aus Indien gab, will ich nun endlich mal berichten, was es hier so für mich zu tun gibt, also wie meine Arbeit so läuft. Schließlich sollte eigentlich ja das die Grundlage meines Blogs bilden. ;-)

Zunächst einmal muss ich ganz viel erklären – und das ist eigentlich auch das, was ich in den bisherigen 3 Wochen geschafft habe zu erreichen: eine Informationssammlung! Eigentlich nur für mich – nun aber auch für euch. Es war nämlich schwierig an umfassende Informationen zum Thema Health Team, deren Arbeit oder auch dem Mutter-Kind-Projekt zu kommen. Das lag unter anderem deutlich an Sprach- und Verständnisproblemen. Die Dorfbewohner und auch viele Mitarbeiter des Sangams in Bamhani sprechen hauptsächlich Marathi und Hindi – maximal bröckchenweise Englisch. Da meine Hindi-Kenntnisse noch nicht wirklich über: „Mein Name ist…“ und „Wie geht es dir?!“ hinausgehen, macht es das Verständnis der Arbeit und meines Projektes natürlich nicht einfacher …

Das Dorf Bamhani bzw. das Base Center des Sangams (wo wir wohnen) sollte euch ja schon bekannt sein. Dort gibt es das sogenannte Mamta-Hospital, in dem früher ständig ein Arzt und eine Krankenschwester ansässig waren und so jederzeit Ansprechpartner für die umliegenden Dörfer waren. Doch leider gibt es zur Zeit weder Arzt noch Schwester im Hospital, so dass keine kontinuierliche medizinische Versorgung in Bamhani angeboten werden kann. Das Krankenhaus mit Office, Untersuchungs- und Versorgungsraum, zwei Krankenzimmern (für je 4 Pat.) und Sanitäranlagen steht weitestgehend leer oder wird für andere Zwecke genutzt.

 Mangels des Fachpersonals hat sich die früher im Mamta-Hospital angebotene Health Care inzwischen eher zu einem Awareness-Training der dörflichen Bevölkerung gewandelt. Es arbeiten momentan nämlich auch nur VHSWs im Mamta, die zu keinem „medical treatment“ berechtigt sind. Diese sogenannten Village Health & Social Worker bekommen ein 4 ½ Monate dauerndes Training und werden dann zur Gesundheitserziehung und social councelling in der dörflichen Bevölkerung eingesetzt. 

Zukünftig soll das bestehende Hospital nun für die Gründung eines Mother Child Care Centers genutzt werden. Doch die dafür notwendigen Gelder sind noch in der Phase der Beantragung. Es gibt also einen konkreten Plan das Center aufzubauen, was bei der hohen Kindersterblichkeitsrate der Region – im Gegensatz zu der gemäßigten Rate im Bundesstaat – sehr sinnvoll zu sein scheint.

Nach diesen ganzen Infos stellt sich natürlich die Frage: Und wo arbeitet die Katharina nun?!

Wie gesagt, die letzte Woche habe ich mich in viele Texte zur dörflichen Gesundheitsarbeit eingelesen, habe mich über verschiedene staatliche Projekte informiert, die Programme im Gesundheitsbereich des Sangams unter die Lupe genommen, stieß so automatisch auf die Frage des Kastensystems (mit dem man sich auf jeden Fall länger als ein paar Stunden beschäftigen muss…) und dann habe ich auch noch einen Brief an das Mamta Hospital in Nagpur geschrieben. Dort möchte ich nämlich gerne ein paar Tage hospitieren, um mal zu sehen, was und wie Schwestern in einem indischen Basis-Krankenhaus so arbeiten. Morgen gehe ich zu einem Gespräch mit dem Klinikleiter und dann geht’s dort vielleicht schon in der nächsten Woche los.
Ich halte euch auf dem Laufenden! :-)