Samstag, 3. November 2012

Arbeitet sie eigentlich auch mal?!

Nachdem es bisher hauptsächlich nur Fotos aus Indien gab, will ich nun endlich mal berichten, was es hier so für mich zu tun gibt, also wie meine Arbeit so läuft. Schließlich sollte eigentlich ja das die Grundlage meines Blogs bilden. ;-)

Zunächst einmal muss ich ganz viel erklären – und das ist eigentlich auch das, was ich in den bisherigen 3 Wochen geschafft habe zu erreichen: eine Informationssammlung! Eigentlich nur für mich – nun aber auch für euch. Es war nämlich schwierig an umfassende Informationen zum Thema Health Team, deren Arbeit oder auch dem Mutter-Kind-Projekt zu kommen. Das lag unter anderem deutlich an Sprach- und Verständnisproblemen. Die Dorfbewohner und auch viele Mitarbeiter des Sangams in Bamhani sprechen hauptsächlich Marathi und Hindi – maximal bröckchenweise Englisch. Da meine Hindi-Kenntnisse noch nicht wirklich über: „Mein Name ist…“ und „Wie geht es dir?!“ hinausgehen, macht es das Verständnis der Arbeit und meines Projektes natürlich nicht einfacher …

Das Dorf Bamhani bzw. das Base Center des Sangams (wo wir wohnen) sollte euch ja schon bekannt sein. Dort gibt es das sogenannte Mamta-Hospital, in dem früher ständig ein Arzt und eine Krankenschwester ansässig waren und so jederzeit Ansprechpartner für die umliegenden Dörfer waren. Doch leider gibt es zur Zeit weder Arzt noch Schwester im Hospital, so dass keine kontinuierliche medizinische Versorgung in Bamhani angeboten werden kann. Das Krankenhaus mit Office, Untersuchungs- und Versorgungsraum, zwei Krankenzimmern (für je 4 Pat.) und Sanitäranlagen steht weitestgehend leer oder wird für andere Zwecke genutzt.

 Mangels des Fachpersonals hat sich die früher im Mamta-Hospital angebotene Health Care inzwischen eher zu einem Awareness-Training der dörflichen Bevölkerung gewandelt. Es arbeiten momentan nämlich auch nur VHSWs im Mamta, die zu keinem „medical treatment“ berechtigt sind. Diese sogenannten Village Health & Social Worker bekommen ein 4 ½ Monate dauerndes Training und werden dann zur Gesundheitserziehung und social councelling in der dörflichen Bevölkerung eingesetzt. 

Zukünftig soll das bestehende Hospital nun für die Gründung eines Mother Child Care Centers genutzt werden. Doch die dafür notwendigen Gelder sind noch in der Phase der Beantragung. Es gibt also einen konkreten Plan das Center aufzubauen, was bei der hohen Kindersterblichkeitsrate der Region – im Gegensatz zu der gemäßigten Rate im Bundesstaat – sehr sinnvoll zu sein scheint.

Nach diesen ganzen Infos stellt sich natürlich die Frage: Und wo arbeitet die Katharina nun?!

Wie gesagt, die letzte Woche habe ich mich in viele Texte zur dörflichen Gesundheitsarbeit eingelesen, habe mich über verschiedene staatliche Projekte informiert, die Programme im Gesundheitsbereich des Sangams unter die Lupe genommen, stieß so automatisch auf die Frage des Kastensystems (mit dem man sich auf jeden Fall länger als ein paar Stunden beschäftigen muss…) und dann habe ich auch noch einen Brief an das Mamta Hospital in Nagpur geschrieben. Dort möchte ich nämlich gerne ein paar Tage hospitieren, um mal zu sehen, was und wie Schwestern in einem indischen Basis-Krankenhaus so arbeiten. Morgen gehe ich zu einem Gespräch mit dem Klinikleiter und dann geht’s dort vielleicht schon in der nächsten Woche los.
Ich halte euch auf dem Laufenden! :-)

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