Nachdem es bisher hauptsächlich nur Fotos aus Indien gab,
will ich nun endlich mal berichten, was es hier so für mich zu tun gibt, also
wie meine Arbeit so läuft. Schließlich sollte eigentlich ja das die Grundlage
meines Blogs bilden. ;-)
Zunächst einmal muss ich ganz viel erklären – und das ist
eigentlich auch das, was ich in den bisherigen 3 Wochen geschafft habe zu
erreichen: eine Informationssammlung! Eigentlich nur für mich – nun aber auch
für euch. Es war nämlich schwierig an umfassende Informationen zum Thema Health
Team, deren Arbeit oder auch dem Mutter-Kind-Projekt zu kommen. Das lag unter
anderem deutlich an Sprach- und Verständnisproblemen. Die Dorfbewohner und auch
viele Mitarbeiter des Sangams in Bamhani sprechen hauptsächlich Marathi und
Hindi – maximal bröckchenweise Englisch. Da meine Hindi-Kenntnisse noch nicht
wirklich über: „Mein Name ist…“ und „Wie geht es dir?!“ hinausgehen, macht es
das Verständnis der Arbeit und meines Projektes natürlich nicht einfacher …
Das Dorf Bamhani bzw. das Base Center des Sangams (wo wir
wohnen) sollte euch ja schon bekannt sein. Dort gibt es das sogenannte
Mamta-Hospital, in dem früher ständig ein Arzt und eine Krankenschwester
ansässig waren und so jederzeit Ansprechpartner für die umliegenden Dörfer
waren. Doch leider gibt es zur Zeit weder Arzt noch Schwester im Hospital, so
dass keine kontinuierliche medizinische Versorgung in Bamhani angeboten werden
kann. Das Krankenhaus mit Office, Untersuchungs- und Versorgungsraum, zwei
Krankenzimmern (für je 4 Pat.) und Sanitäranlagen steht weitestgehend leer oder
wird für andere Zwecke genutzt.
Mangels des Fachpersonals hat sich die früher im
Mamta-Hospital angebotene Health Care inzwischen eher zu einem
Awareness-Training der dörflichen Bevölkerung gewandelt. Es arbeiten momentan
nämlich auch nur VHSWs im Mamta, die zu keinem „medical treatment“ berechtigt
sind. Diese sogenannten Village Health & Social Worker bekommen ein 4 ½ Monate
dauerndes Training und werden dann zur Gesundheitserziehung und social
councelling in der dörflichen Bevölkerung eingesetzt.
Zukünftig soll das bestehende Hospital nun für die Gründung
eines Mother Child Care Centers genutzt werden. Doch die dafür notwendigen
Gelder sind noch in der Phase der Beantragung. Es gibt also einen konkreten
Plan das Center aufzubauen, was bei der hohen Kindersterblichkeitsrate der
Region – im Gegensatz zu der gemäßigten Rate im Bundesstaat – sehr sinnvoll zu
sein scheint.
Nach diesen ganzen Infos stellt sich natürlich die Frage:
Und wo arbeitet die Katharina nun?!
Wie gesagt, die letzte Woche habe ich mich in viele Texte
zur dörflichen Gesundheitsarbeit eingelesen, habe mich über verschiedene
staatliche Projekte informiert, die Programme im Gesundheitsbereich des Sangams
unter die Lupe genommen, stieß so automatisch auf die Frage des Kastensystems
(mit dem man sich auf jeden Fall länger als ein paar Stunden beschäftigen
muss…) und dann habe ich auch noch einen Brief an das Mamta Hospital in Nagpur
geschrieben. Dort möchte ich nämlich gerne ein paar Tage hospitieren, um mal zu
sehen, was und wie Schwestern in einem indischen Basis-Krankenhaus so arbeiten.
Morgen gehe ich zu einem Gespräch mit dem Klinikleiter und dann geht’s dort
vielleicht schon in der nächsten Woche los.
Ich halte euch auf dem Laufenden!
:-)