Und genau die fehlte mir deswegen in der letzten Zeit. Daher
war es so still auf diesem Blog und auch im Allgemeinen um mich herum.
Das Problem der letzten zwei Wochen war nicht nur der Lärm
und Rauch wegen der Diwali-Feuerwerkskörper (hält leider immer noch an, wenn
auch glücklicherweise mit geringerer Intensität) – sondern auch Probleme mit
meinem Projekt und entsprechend der Arbeit hier vor Ort.
Um es nicht allzu sehr in die Länge zu ziehen, kann ich
zusammenfassend sagen, dass meine Aufgabenstellung aus Deutschland in Indien
aus diversen Gründen nicht umzusetzen ist. Zuerst habe ich versucht meine
Aufgaben an die hier gegebenen Bedingungen anzupassen, hatte Diskussionen und
gab der Sache auch einfach mehr (viel mehr) Zeit. Doch leider bemerkte ich
zunehmend und auch durch meine Informationssammlung, dass eine Arbeit mit
diesen Zielen nicht möglich sein würde. Da ich der ganzen Sache wie gesagt Zeit
gab, gingen tatsächlich fast zwei Monate ins Land ohne dass ich wirklich effektiv
angefangen habe zu arbeiten. Und entsprechend stieg mein Frust über die
gezwungene „Untätigkeit“ stetig an. Nachdem auch die letzte
Problemlösungsstrategie in der vergangenen Woche geplatzt war, ergoss sich am
Wochenende ein Ozean aus Frust, Ärger und Demotivation über dem Sangam. Doch
zum Glück fanden wir in eilig einberufenen Gesprächen am Montag eine endgültige
und nachhaltige ;-) Lösung. So haben wir meine Aufgabenstellung umfassend neu
definiert und gerade auf die Umsetzbarkeit bzw. Sinnhaftigkeit der Ziele
besonders stark geachtet.
So werde ich zukünftig eher selten in Bamhani sein sondern
meine Zelte direkt im Rainbow in Nagpur aufschlagen. Meine Aufgaben werden nun
eher der Verwaltung und Organisation der Health Projekte des Sangams dienen anstatt
der direkten Mitarbeit am Patienten vor Ort, da es dort einfach zu große
Sprachbarrieren zwischen Dorfbewohnern UND Mitarbeitern gibt. Das Ziel meiner
Arbeit ist es die Arbeit der NGO besser mit anderen NGOs und Regierungsprogrammen
abzustimmen. So fehlt bisher beispielsweise eine Analyse der
Gesundheitsinfrastruktur der Dörfer oder auch einfach eine genaue Übersicht,
was es in den Dörfern für Programme insgesamt gibt. Bezüglich des
Mutter-Kind-Projektes werde ich mich mit der zukünftigen Dokumentation
beschäftigen und mich z.B. um die Entwürfe für Patientenakten kümmern. Und dann
fehlt gerade auch noch ein Pädiater für die Diagnostic Camps. Da mir die
Mitarbeiter des Sangams auch zugestimmt haben, dass wenig Nachhaltigkeit und
Kosteneffektivität gegeben ist, wenn ich die VHSWs mit Hilfe eine
Simultanübersetzers aus Nagpur unterrichten werde, haben wir beschlossen, dass
ich Broschüren für ihren Unterricht auf Englisch erstellen werde, die
anschließend nach Bedarf in Hindi oder Marathi ausgeteilt werden. Und um die
Ausbildung und ihren Aufenthalt im Sangam herzlicher zu gestalten, werde ich
ein Willkommensbuch für die VHSWs und TBAs schreiben, indem sie etwas über die
Organisation erfahren, ihr Curriculum kennenlernen und auch über
Zukunftsperspektiven aufgeklärt werden.
Zwar ist viel Textarbeit dabei, doch müssen alle Dokumente
oder Ideen auch mit den Mitarbeitern in Bamhani abgestimmt werden. So werde ich
sicher zum Frischlufttanken auf’s Dorf fahren, weiterhin die Subcenter
besuchen, aber auch in Nagpur das Stadtleben genießen können. Eigentlich eine
sehr gute Mischung! Ich freue mich jedenfalls sehr darüber, dass es nun endlich
besser läuft! :-)